Bischof Simon Konrad hat schon im Jahre 1960 in einem Schreiben auf den bevorstehenden Mangel an Priesterberufen hingewiesen. Es wird eine Folge dieser Entwicklung sein, dass nicht mehr alle Seelsorgstellen besetzt werden können. Manche Seelsorgstellen werden dann zur Betreuung einer anderen Pfarrei angeschlossen.

Ein Beispiel dafür ist die Expositur Obergessenbach. Dem bisherigen Expositus von Obergessenbach, Matthias Hell, wurde am 1. Oktober 1961 die Pfarrei Haunersdorf übertragen. Um die Möglichkeit der Betreuung einer zweiten Pfarrei zu erproben, wurde zum 1. Oktober 1961 die Expositur Obergessenbach an die Stadtpfarrei Osterhofen angeschlossen. Dieser Probeversuch Osterhofen-Obergessenbach dauerte bis zum 1. April 1964 und wurde in der Kirchengemeinde Obergessenbach gut angenommen, so dass Kirchenpfleger Huber im Bayer. Fernsehen, das einmal zu einer Aufnahmesendung nach Obergessenbach gekommen war, sagte: "Wir sind mit der neuen Regelung sehr zufrieden. Wir vermissen nichts."

Infolge des fortschreitenden Priestermangels wurde dann rund fünf Jahre später der heutige Pfarrverband Osterhofen errichtet. Am 1. Juni 1969 wurde die Expositur Haardorf dem Pfarrverband Osterhofen angeschlossen, am 1. Januar 1970 die Pfarrei Thundorf, am 1. September 1971 die Expositur Arbing, am 1. April 1975 die Pfarrei Aicha/Donau und am 1. Januar 1977 die Pfarrei Wisselsing.