Zum aktuellen Umgang der Kirche mit der Corona-Pandemie

(Gottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen, Kollekten usw.)

finden Sie wichtige Informationen unter:

(bitte die folgende Zeile anklicken):

 

http://pfarrverband-osterhofen.de/index.php/aktuelles/corona-2020

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Programmhinweise für Gottesdienst-Live-Übertragungen im Fernsehen und Internet:

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 http://pfarrverband-osterhofen.de/index.php/aktuelles/gottesdienstzeiten-im-tv-und-internet

 

Links zu Kindergottesdiensten

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Kar- und Ostertage in der Familie feiern

Faltblätter dazu liegen in der Stadtpfarrkirche Osterhofen zur Mitnahme aus.

 

Die Faltblätter finden Sie auch hier (bitte folgende Zeile anklicken): 

 

http://pfarrverband-osterhofen.de/index.php/aktuelles/faltblaetter-zur-feier-in-der-familie

 

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Predigt von Pfarrer Christian Altmannsperger

zum 5. Fastensonntag (A)

 

MISEREOR-Sonntag am 28./29. März 2020

 

  1. Lesung: Ez 37,12b-14 2. Lesung: Röm 8,8-11                                 Evangelium: Joh 11,3-7.17.20-27.33b-45

 

 

 

Altmannsperger

 

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

⧫ Bis vor einigen Wochen und Tagen haben wir Fragen, die mit Krankheit und Sterben zusammenhängen, an den Rand gedrängt. Der Tod war für uns etwas, was mit Altwerden zu tun hat, mit dem Ende des Lebens. In diesen Zeiten der Corona-Pandemie hören wir jedoch täglich von den Opferzahlen, die dieser Virus schon in den einzelnen Ländern Europas und der Welt gefordert hat. Wir spüren mehr denn je, dass Krankheit und Tod unser tägliches Leben prägen. So leben viele Menschen heutzutage in Angst und Sorge.

⧫ Da ist zum einen die Angst vor Veränderung. Innerhalb kürzester Zeit hat sich in den vergangenen Tagen unser ganzes Leben verändert. Das gesellschaftliche Leben wurde durch den Erlass der Staatsregierung weitestgehend heruntergefahren und die derzeitige Situation hat durch die Schließung der Schulen, der Kindertageseinrichtungen, der Geschäfte und Gaststätten unseren ganzen Alltag verändert. Viele Unternehmer fürchten den wirtschaftlichen Ruin und die Arbeitnehmer die Arbeitslosigkeit. Diese Ereignisse lösen in uns Angst und Unruhe aus. Zweifel stellen sich ein, ob wir diese veränderte Situation bewältigen werden.

Plötzlich sind wir geneigt, am Gewohnten festzuhalten. Was vorher bedeutungslos, ja manchmal fade und langweilig war, wird wieder reizvoll – es hatte uns ja Sicherheit geboten. Das Loslassen setzt uns zu, denn es bedeutet Abschied. Und mit jedem Abschied stirbt etwas in uns, müssen wir auf bisher Gewohntes, Vertrautes, Geliebtes verzichten.

Neben der Angst vor Veränderung erleben wir jedoch auch oftmals die Flucht vor dem Leid. Wir gehen – meist als Selbstschutz – viel zu rasch über das Leid anderer Menschen hinweg. Wie schnell kommen uns dann Worte über die Lippen wie „Es wird schon wieder“, „Kopf hoch!“, „Das Leben geht weiter“. Wir lassen fremdes Leid nicht an uns heran, weil die oder der Leidende unsere eigenen Ohnmachtsgefühle wecken könnte. Ebenso geht es uns mit dem Leid, das uns die Medien in diesen schwierigen Zeiten Tag für Tag vermitteln. Wir nehmen es meist nur als Information zur Kenntnis, lassen uns aber nicht emotional davon berühren. Ja, wir haben gute Abwehrmechanismen entwickelt, um uns Leid und Schmerz vom Leibe zu halten.

Hinter diesen beiden Formen der Verdrängung steht die Furcht, sich mit seiner eigenen Sterblichkeit, seiner Begrenztheit, seinen Ohnmachtsgefühlen auseinanderzusetzen.

⧫ Um die Auseinandersetzung mit Krankheit und Sterben geht es in der Geschichte des Evangeliums von Lazarus, das uns die Kirche am 5. Fastensonntag verkündet. Hier erkrankt ein Mann in den besten Jahren und ist in wenigen Tagen tot. Als Jesus mit Verspätung eintrifft, macht ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen, heftige Vorwürfe: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ (Joh 11,21). Als gläubige Jüdin weiß sie zwar, dass Lazarus nun bei Gott ist, aber das schenkt ihr keinen Trost. Marta ist nicht bereit, dieses Leid einfach als gottgegeben hinzunehmen, sondern sie ringt mit Jesus um eine neue Erkenntnis. Sie erkennt in Jesus, „Christus, den Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“ (Joh 11,27) und der von sich selbst sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der an mich glaubt wird auf ewig nicht sterben.“ (Joh 11,25-26).

Bei Marta handelt es sich hier nicht um eine Flucht vor dem Leid. Sie wehrt sich vielmehr gegen eine Einstellung, die dazu verleitet, dem Leiden anderer gegenüber unberührt zu bleiben.

⧫ Auch wir sollen und dürfen uns vor der Not und dem Leid unserer Mitmenschen nicht verschließen. Wenn wir dem Leid in unserer Welt nicht aus dem Weg gehen, wenn wir uns wie Jesus und Marta im Evangelium der Not der Menschen stellen, werden wir die lebendig machende Kraft des Gottesgeistes erfahren. Dazu sind wir am 5. Sonntag der Fastenzeit in besonderer Weise eingeladen, an dem das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR uns zu aktiver Solidarität mit den Ärmsten der Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika aufruft.

In der Taufe sind wir alle Kinder Gottes geworden, in denen Gottes lebendig machender Geist wohnt. Wir sollen ihn nicht länger für uns behalten. Er wird nur wirksam in den Zeichen, die wir gegen alle Not und alles Leid in unserer Welt setzen. In diesem Sinne sind wir aufgerufen, den Weg der Nachfolge Jesu in unserer Zeit zu gehen. Es ist ein Weg in großer Gemeinschaft: Alle, die an Jesus Christus glauben, die auf sein Hoffnungswort vertrauen und in seiner Liebe gerade in dieser schweren Krise für ihre Mitmenschen da sind.

Unsere Zeichen der Anteilnahme am Leid der Menschen weltweit, unsere Solidarität, unsere Spenden für MISEREOR, unser Gebet, werden nur auf den ersten Blick weniger eindrucksvoll sein als Jesu Zeichen an Lazarus. In der aktuellen Situation erfahren wir tagtäglich von Menschen, die aufstehen und sich für andere einsetzen, sei es durch ihre berufliche Tätigkeit als Ärzte und in der Pflege kranker Menschen, als Politiker und in den vielfältigen Diensten, die die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten oder als Ehrenamtliche, die Einkäufe für sogenannte „Risikogruppen“ und in Quarantäne befindliche Mitmenschen organisieren. Denn wo Menschen aufstehen, um Wege aus Not und Leid, aus Krankheit und Tod zu suchen, da geschieht Auferstehung mitten im Alltag unserer Welt. Im Evangelium hat Jesus Marta gefragt: „Glaubst du das?“ (Joh 11,26). Er will in seiner Liebe und Kraft in unserer Mitte gegenwärtig sein und ermutigt uns, nicht wegzusehen vor dem Leid in der Welt und in seiner Liebe wirksame Zeichen des Trostes und der Hoffnung zu setzen.

AMEN.